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gruesse aus dem piratennest

Hallo,

da melde ich mich mal wieder. diesmal allerdings nicht aus dem vertrauten Peking sondern aus der wilden welt derschurken und freibeuter. genau, von hongkong ist die rede

puenktlich zum EM-ende ist auch mein visum ausgelaufen. ich habe mich ehrlich gesagt nicht grade auf letzteres gefreut, nedeutete es ja niht nur, dass ich zu einer bloeden zeit das land verlassne muss (wahrscheinlich gut die haelfte aller langzeitauslaender hat das gleiche problem wie ich - am 1.7 laeuft alles aus), es hat auch komplett meine ganze reiseplanung kaputtgemacht.

anfangs hatte ich ja grnadiose, hochtrabende plaene. von wilden pandas und wahrscheinlich noch wilderen eintoepfen und einer prise tibetanismus in SICHUAN hatte ich getraeumt. und grade als es losgehen soll wackelt mein plan unverhofft...
dann disponierte ich um, las mich in die farbenfrohe welt der minderheitsvoelker in ostguizhou ein (was selbst vielen eingefleischten chinesierten hier nihts sagt), nur um dann herauszufinden, dass dort aufgrund sintflutartiger regenfaelle - nun ja...sintflut ausgebrochen ist. und grade als es besser zu werden schien, kam das ganze visumsdilemma zum vorschein

ich habe noch einen monat FSJ vor mir und aus irgendeinem grund, den nur die uebervaeter des chinesischen kommunismus verstehen wurden die vorschriften enger gemacht, sodass ich jetzt das land verlassen muss. ich habe selbst erst hier in china erfahren, dass hongkong noch bis in die 2040er ausland ist. chinesen werden bis dann ein visum fuer dieses schoene kleine eiland brauchen. europaeer nicht, das nur eine lustige randnotiz. somit sass ich also gestern im schoene zug nach hongkong, was eine komische erfahrung war. am pekinger bahnhof gab es passkontrolle und schoen eine art zoll. dann begaben wir uns auf den zug, die tueren wurden buchstaeblich versiegelt und wir setzten ins in bewegung. 25 stunden - 2400 kilometer. war dann gar niht so langweilig wie es klingt, weil ich einen netten deutshen kenengelernt habe, mich dem ich mich den grossteil der zeit unterhielt. heute mittag kam ich dann endlich in hongkong an. die sache bei hongkopng ist, dass die stadt selber unglaublich dicht besiedelt ist - geruechteweise die hoechten grundstueckspreise auf der welt - es aber trotzdem noch viel gruen, srand und selbst regenwald gibt. ich wohne in der stadt, in einem 15 stoeckigen gebaeude, in dem ein hostel nach dem anderen steht. und hostel ist in diesem fall ein ueberaus freundliches wort. rattenloch trifft es besser. schon sehr heruntergekommen und groestenteils von zwilichitgen gestalten bevoelkert (wobei die zahl der drogendealer und prostituierten angeblicherweise sehr stark zurueckgegangen ist in den letzten jahren). da die grundstueckspreise so hoh sind, werden (in diesem fall MIT) ruecksicht auf verlusten 2 hochbetten in ein 6qm zimmer gestellt.
das interessante dabei ist, dass es tatseachlich viele gestrandete gibt, die hier trotzdem laenger wohnen. und damit meine ich keine reisenden, ich meine menschen, die hier teilweise seit 8 jahren in solchen schlafsaeaelen leben, weil dies die billigste option ist. sie halten sich mit irgendwelchen jobs ueber wasser, aber verdienen auch nicht genug, um hier rauszukommen. und dass sie zu hause im westen ueberleben wuerden ist eh dahingestellt. es ist teilweise schon traurig, aber andererseits das kraewftigste argument fuer ein studium

was andererseits wieder sehr interessant ist, ist die multikulturellitaet hier in hongkong. natuerlich bevoelkert von kantonesen (suedchinesen) und auch vielen weissen, die zusammen mit architektur und einer generellen atmosphaere erahnen lassen, dass hier bis vor 11 jahren noch der onion jack wehte...
und dank dieses englischen einflusses trifft man hier auch sehr viele schwarze, inder, und so generell, jede nationalitaet und ethnizitaet, die auch nur entfernt was mit asien oder konolialengland zu tun hat(te). grade, wenn man aus peking und china genrell kommt, wo doch immer noch 98% aller menschen und aller kultur chinesisch ist, dann merkt man hier doch schon krass nen unterschied. die leute sprechen hier entweder englisch oder kantonesisch, aber noch 10 monaten spreche ich einfach jeden chinesen automatisch mit mandarin an, was die nun mal auf den tot nicht abkoennen. und auf der spraceh wieder eine westliche sprache zu sprechen...komish komisch.

da mich die mitarbeiterin hier im hostel aber vom computer vertreiben will noch ein kurzes update ueber den eigentlich grund meines urlaubs. heute nachmittag nach erfolgreichem einchecken in das hostel (das wiederrum nach erfolgreichen ueberwindens meines bauchgefuehls) begab ich mich in ein officegebaeude in der naehe des hostels, welches mir von einem freund empfohlen wurde. dort lagert nun bis freitag mittag mein pass und wird dann hoffentlich ein druckfrisches 30-tage visum fuer china enthalten mit dem ich mich dann am sonntag in den flieger gen peking setzen kann. die visa-agencies arbeiten anscheinend irgendwo in der grauzone, aber da ale auslaender, die laenger in china leben und nicht in ihr heimatsland reisne koennen hier irgendwann mal so eine agency beauftragen muessen, schaetze ich mal, dass alles glatt alufen muesste.
wuenscht mir glueck!!
hoffentlich mit baldigen gruessen aus peking!
Jan

2 Kommentare 2.7.08 15:37, kommentieren